Online Casinos mit Malta-MGA-Lizenz 2026: welche Anbieter der Registercheck übrig lässt

Ganz unten auf fast jeder Casinoseite sitzt ein kleines Siegel. Manchmal mit Nummer, oft ohne. Daneben eine Adresse in Sliema, Birkirkara oder Naxxar, dazu eine Registernummer, die mit einem C beginnt. Für die meisten Besucher ist das der Moment, in dem sie zufrieden weiterscrollen: Malta, EU, alles geregelt.
Genau an dieser Stelle geht es schief.
Denn hinter dem Fußbereich verbergen sich drei völlig verschiedene Dinge, die ständig in einen Topf geworfen werden — ein Gesellschaftssitz auf Malta, eine Lizenz der Malta Gaming Authority und eine deutsche Erlaubnis. Wer alle drei für dasselbe hält, trifft seine Entscheidung auf falscher Grundlage. Und es sind nicht nur Spieler, die das durcheinanderbringen. Von acht ausgewerteten Vergleichsseiten, die zum Stichwort Malta-Lizenz weit oben stehen, macht keine einzige diese Unterscheidung. Keine nennt zu irgendeiner beworbenen Marke eine Lizenznummer oder einen Lizenznehmer. Eine davon fordert den Leser ausdrücklich auf, „die Lizenz im Zweifel direkt auf der Webseite der MGA“ zu prüfen — und liefert ihm die Nummer nicht mit, die er dafür bräuchte.
Was hier folgt, ist der Gegenentwurf: sechs Anbieter mit nachprüfbarem Malta-Bezug und deutscher Erlaubnis, jeweils mit Betreibergesellschaft, Registernummer und Erlaubnisdatum. Dazu der Lizenznehmer, an dem sich zeigt, wie ein rein maltesisches Angebot aussieht. Und die Prüfmethode, mit der man das alles in zwei Minuten selbst nachvollzieht, statt einer Sternebewertung zu vertrauen, deren Reihenfolge sich zwischen zwei Portalen komplett umdreht.
Malta-Sitz, MGA-Lizenz, deutsche Erlaubnis — drei Dinge, die ständig verwechselt werden
Die erste Ebene ist die banalste. Ein maltesischer Gesellschaftssitz ist eine handelsrechtliche Tatsache: eine Eintragung im Malta Business Registry, eine maltesische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, eine Geschäftsadresse auf der Insel. Warum so viele Betreiber dort sitzen, hat mit Steuersätzen, englischem Verwaltungsrecht und einem eingespielten Dienstleisterumfeld zu tun. Über die Frage, ob dieses Unternehmen Glücksspiel anbieten darf, sagt der Sitz exakt nichts aus.
Die zweite Ebene ist die MGA-Lizenz. Die Malta Gaming Authority beaufsichtigt seit 2001 und erteilt Erlaubnisse, die an einen konkreten Lizenznehmer gebunden sind — und, das wird gern überlesen, an konkrete freigegebene Internetadressen. Nicht jede Gesellschaft mit Malta-Sitz besitzt eine solche Lizenz. Und nicht jede Domain, die ein Lizenznehmer betreibt, ist von ihr gedeckt.
Die dritte Ebene entscheidet für deutsche Spieler alles: die Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Sie ist die einzige Grundlage, auf der ein Angebot gegenüber Spielern mit Wohnsitz in Deutschland legal ist. Eine maltesische Lizenz ersetzt sie nicht, ergänzt sie nicht und wertet sie nicht auf.
Was passiert nun, wenn man die sechs bekanntesten deutschsprachigen Angebote mit Malta-Bezug durch diese drei Ebenen laufen lässt? Ein Ergebnis, das der gängigen Erzählung widerspricht.
| Marke | Deutscher Erlaubnisträger | Sitz der Gesellschaft | MGA-Status des deutschen Angebots |
|---|---|---|---|
| StarGames | Greentube Malta Ltd. | Birkirkara, Malta | Lizenz MGA/B2C/823/2020 vorhanden, freigegeben ist aber allein greentube.com |
| Wunderino | Megapixel Entertainment Ltd. | Naxxar, Malta | Gruppe hält MGA/B2C/906/2021; die deutsche Seite nennt nur die deutsche Erlaubnis |
| LeoVegas | LVSPORTS Limited | Sliema, Malta | Konzern hält MGA/CRP/237/2013 — Konzernlizenz, keine Endkundenerlaubnis, andere Gesellschaft |
| 888 | 888 Germany Limited | Sliema, Malta | keine MGA-Nummer für die deutsche Seite; Konzernlizenz liegt bei anderen Gesellschaften |
| Mr Green | 888 Germany Limited | Sliema, Malta | MGA/CRP/121/2006 deckt mrgreen.com, nicht mrgreen.de |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Ltd. | Birkirkara, Malta | keine MGA-Lizenz auffindbar |
Sechs Anbieter, sechs maltesische Betreibergesellschaften — und kein einziges dieser deutschsprachigen Angebote läuft auf einer MGA-Lizenz. Alle sechs laufen auf der deutschen Erlaubnis. Malta erscheint als Firmensitz, nicht als Rechtsgrundlage des Spielbetriebs.
Das ist keine Spitzfindigkeit für Juristen. Es dreht die praktische Frage um. Wer ein „Casino mit Malta-Lizenz“ sucht, weil er sich davon europäischen Verbraucherschutz verspricht, landet bei deutsch erlaubten Anbietern, deren Schutzniveau aus dem Glücksspielstaatsvertrag stammt — mit 1-Euro-Einsatzgrenze, Sperrsystem und anbieterübergreifendem Einzahlungslimit. Wer dagegen die Malta-Lizenz sucht, weil er diese Auflagen loswerden will, landet bei Angeboten, die in Deutschland gar nicht erlaubt sind. Beide Gruppen existieren. Sie sind nur nicht dieselbe.
Was bedeutet es, wenn im Impressum eine Adresse auf Malta steht, aber keine MGA-Nummer?
Ein Malta-Sitz ist nur eine handelsrechtliche Tatsache: Die Gesellschaft ist dort eingetragen und zahlt dort Steuern. Über eine Spielerlaubnis sagt das nichts. Fehlt die Lizenznummer im Fußbereich, läuft das Angebot entweder auf einer anderen Erlaubnis oder auf gar keiner — beides muss man getrennt prüfen.

Die Malta Gaming Authority: Lizenztypen, Nummernformate, Kosten
Die MGA arbeitet heute mit zwei Hauptkategorien. B2C heißt „Gaming Service“ und meint das Angebot an Endkunden. B2B heißt „Critical Gaming Supply“ und betrifft Zulieferer — Spieleentwickler, Plattformbetreiber, Zahlungsdienstleister. Ein Studio wie Greentube braucht eine B2B-Erlaubnis, um seine Spiele an Casinos auszuliefern; das Casino selbst braucht B2C, um sie anzubieten.
Innerhalb der B2C-Lizenz gibt es vier Typen, die den alten Klassen 1 bis 4 entsprechen. Der praktische Unterschied zu früher: Es braucht nicht mehr für jede zusätzliche Spielgattung eine eigene Lizenz.
| Typ | Spielgattung | Mindestkapital | Jahresgebühr |
|---|---|---|---|
| Type 1 | Spiele gegen die Bank mit Zufallsgenerator, Roulette, Blackjack, Online-Lotterien, virtuelle Sportarten | 100.000 € | 25.000 € |
| Type 2 | Wetten auf Ereignisse | 100.000 € | 25.000 € |
| Type 3 | Spieler gegen Spieler, Poker und Bingo | 40.000 € | 25.000 € |
| Type 4 | kontrollierte Geschicklichkeitsspiele | 40.000 € | 10.000 € |
Dazu kommen eine Antragsgebühr von 5.000 €, die nicht zurückgezahlt wird, und ein umsatzabhängiger Compliance-Beitrag. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Für ein ernsthaft kapitalisiertes Unternehmen sind das überschaubare Summen — was erklärt, warum für 2026 rund 300 Anbieter mit MGA-Siegel unterwegs sind. Die Lizenz ist ein Qualitätsfilter, kein Nadelöhr.
Interessanter als die Gebühren ist das Nummernformat, weil daran die entscheidende Unterscheidung hängt. Eine Nummer wie MGA/B2C/906/2021 liest sich als Behörde, Kategorie, laufende Nummer, Ausstellungsjahr. Steht dort statt B2C aber CRP, handelt es sich um etwas anderes: eine Corporate-Group-Lizenz, also eine Konzernerlaubnis. Sie ist keine Spielerlaubnis für ein Endkundenangebot.
Und das ist keine akademische Fußnote. LeoVegas führt MGA/CRP/237/2013, gehalten von LeoVegas Gaming plc. Mr Green Limited führt MGA/CRP/121/2006, ausgestellt am 01.11.2018 und gültig bis 19.03.2028. Beides sind echte, im Register auffindbare Nummern. Beides sind Konzernlizenzen. Wer sie als Beleg dafür nimmt, dass das deutschsprachige Angebot dieser Marken unter maltesischer B2C-Aufsicht steht, hat die falsche Zeile gelesen — und auf keiner der ausgewerteten Vergleichsseiten taucht dieser Unterschied überhaupt auf.
Was ist der Unterschied zwischen einer MGA/B2C- und einer MGA/CRP-Nummer?
B2C ist die Erlaubnis, Endkunden Glücksspiel anzubieten — sie ist an einen Lizenznehmer und an freigegebene Adressen gebunden. CRP bezeichnet eine Konzernlizenz für eine Unternehmensgruppe und ist keine Spielerlaubnis für ein konkretes Angebot. Wer eine CRP-Nummer im Fußbereich findet, hat noch keinen Nachweis.

Die Lizenz selbst nachprüfen — vier Schritte, die zwei Minuten dauern
Die Behörde betreibt zwei öffentliche Werkzeuge: das Lizenznehmerregister und ein Prüfportal, in dem sich nach Lizenznehmer, Status, Adresse oder Spielgattung suchen lässt. Dazu ein Enforcement Register mit Widerrufen, ein Recognition Notice Register und eine Liste nicht autorisierter Adressen. Alles frei zugänglich, alles selten benutzt.
Die Prüfung selbst:
- Adresse selbst eintippen.
authorisation.mga.org.mtvon Hand in die Adresszeile, nicht dem Link auf der Casinoseite folgen. Die MGA warnt ausdrücklich davor und bittet, Missbrauch zu melden. Ein dynamisches Siegel, das direkt zum Registereintrag führt, ist das gute Zeichen; ein statisches Bild ohne Ziel das schlechte. - Gesellschaft abgleichen. Der Lizenznehmer im Register muss mit der Gesellschaft im Impressum übereinstimmen. Nicht mit dem Markennamen — mit der Gesellschaft. Marken wandern zwischen Rechtsträgern, Wunderino ist dafür ein gutes Beispiel.
- Status lesen. „Active“ beziehungsweise „Licensed“ ist gültig. „Surrendered“ bedeutet zurückgegeben, „Cancelled“ bedeutet widerrufen. Rhinoceros Operations Ltd, unter der Wunderino 2016 startete, steht heute auf „Surrendered“ — die Lizenz MGA/B2C/309/2015 existiert im Register, wirkt aber nicht mehr.
- Domain abgleichen. Der wichtigste Schritt, und der einzige, den niemand macht: Steht die Adresse, auf der man sich gerade befindet, bei dieser Lizenz als freigegeben eingetragen?
Wie viel an diesem letzten Punkt hängt, zeigt StarGames. Greentube Malta Limited hält gleich zwei gültige maltesische Lizenzen — MGA/B2C/823/2020 als Gaming Service und MGA/CRP/120/2006 als Critical Supply, beide mit Status „Licensed“. Die einzige freigegebene Adresse ist allerdings greentube.com. Die Adresse stargames.de steht dort nicht. Die Lizenz ist echt, das Unternehmen ist echt, der Status ist gültig — und deckt trotzdem nicht das Angebot, auf dem der deutsche Spieler sich befindet. Genau deshalb reicht ein Häkchen in einer Vergleichsspalte nicht aus.
Drei Warnzeichen fassen das Ergebnis zusammen: ein Siegel ohne Nummer, eine Nummer ohne Registertreffer, oder eine gültige Lizenz der richtigen Gesellschaft, in der die eigene Domain fehlt. Der dritte Fall ist der heimtückischste, weil bei ihm jede oberflächliche Prüfung ein grünes Licht liefert.
Wie prüfe ich, ob die MGA-Lizenz eines Casinos echt ist?
Adresse des Prüfportals selbst eintippen, nach dem Lizenznehmer aus dem Impressum suchen und drei Dinge abgleichen: Stimmt die Gesellschaft, steht der Status auf gültig, und ist die Domain, auf der man sich befindet, bei dieser Lizenz eingetragen? Fehlt eines davon, ist die Lizenzbehauptung nicht belegt.
Woran man eine behauptete Malta-Lizenz erkennt
Es gibt eine ganze Klasse von Marken, die auf Vergleichsseiten mit Malta-Siegel geführt werden und zu denen sich weder Lizenznummer noch Lizenznehmer noch Registereintrag finden lässt. Bananzia, Atefia, VillaSpin, LuckyMeister, Spinlander, Drakaris, SpinFormula, Kyngs, HollyWin, BetandPlay, Jet4Bet, Wild Tokyo, Rolling Slots, Mino Casino — die Namen wechseln, das Muster bleibt.
Woran man es erkennt:
- Die Lizenzbehauptung erscheint ausschließlich als Häkchen in einer Spalte, nie als Nummer.
- Abzeichen mit „Neu seit“ und Datumsangaben aus Juli oder August 2026, bei Marken, die vorher nirgends auftauchten.
- Gleichzeitige Bewerbung mit „ohne OASIS“, „ohne LUGAS“ und „ohne KYC“ — wobei der dritte Punkt den ersten Widerspruch produziert, dazu gleich mehr.
- Einsatzspannen bis 100.000 € pro Runde als Verkaufsargument.
- Dieselben Marken erscheinen auf verschiedenen Portalen in völlig unterschiedlicher Reihenfolge, was weniger nach Bewertung aussieht als nach Provisionslogik.
- Bewertungen, die sich innerhalb derselben Seite widersprechen: eine Marke mit 4,6 Sternen in der Übersichtstabelle und 4,8 im Bewertungskasten daneben. Eine Seite verspricht in der Einleitung zehn geprüfte Casinos, nennt in der Methodik fünf und zeigt sechs.
Der spannendste Punkt ist die Werbung mit „ohne KYC“. Die maltesischen Auflagen verlangen eine Identitätsprüfung — sie ist Bestandteil der Lizenzbedingungen, nicht optionales Beiwerk. Ein Angebot, das mit dem Verzicht auf KYC wirbt und gleichzeitig ein MGA-Siegel zeigt, widerlegt seine eigene Lizenzbehauptung im selben Werbeblock. Man muss dafür nicht ins Register schauen. Man muss nur die Anzeige zu Ende lesen.
Bleibt die Frage nach den wirklich neuen Anbietern. Es gibt sie, die MGA erteilt laufend Lizenzen. Nur ist ein „Neu seit“-Abzeichen ohne Registereintrag kein Nachweis für einen Marktstart, sondern für ein Veröffentlichungsdatum auf einer Vergleichsseite. Der Unterschied lässt sich in zwei Minuten klären — siehe oben.
Warum werben manche Seiten mit „ohne OASIS“ und „ohne LUGAS“, und was gebe ich damit auf?
Beides sind Schutzmechanismen: OASIS ist die Sperrdatei, LUGAS überwacht das anbieterübergreifende Einzahlungslimit. Wer sie umgeht, kauft sich Bequemlichkeit und gibt dafür die Bremse auf, die im Ernstfall greift. Zusätzlich fällt der deutsche Rechtsschutz weg — beim selben Anbieter, im selben Moment.

Anbieter mit Malta-Bezug und deutscher Erlaubnis
Wie diese Liste entstanden ist, gehört an den Anfang, weil die Zahl sonst willkürlich wirkt. Ausgangspunkt war die Liste der erlaubten Anbieter, die die deutsche Aufsichtsbehörde nach § 9 Abs. 8 des Glücksspielstaatsvertrags veröffentlicht — Stand 21.07.2026, aktuell 104 freigegebene Adressen allein für virtuelle Automatenspiele. Diese Liste wurde gegen die Impressen der Anbieter und gegen das maltesische Lizenznehmerregister gehalten. Aufgenommen wurde, wessen Malta-Bezug sich in einem Register oder einem Impressum nachvollziehen lässt. Nicht aufgenommen wurde, wer nur ein Häkchen in einer fremden Vergleichsspalte vorweisen kann.
Übrig bleiben sechs. Das ist weniger, als eine runde Zahl hergäbe, und genau das ist der Punkt: Auf zehn Einträge käme man hier nur durch Auffüllen. Zwei Nebenbefunde vorweg, weil sie die Tabelle sonst in die Irre führt. Erstens laufen 888 und Mr Green auf derselben Gesellschaft — 888 Germany Limited ist der deutsche Erlaubnisträger beider Marken. Zweitens laufen StarGames und AdmiralBet auf zwei verschiedenen Gesellschaften desselben Konzerns: Greentube Malta Ltd. (C 38281) und Greentube Betting Malta Ltd. (C 105293), gleiche Adresse in Birkirkara, dieselben zwei Geschäftsführer, getrennte Rechtsträger. Wer diese vier Marken für unabhängige Wettbewerber hält, vergleicht in Wahrheit zwei Konzerne mit sich selbst.
Ein Wort zu den Spalten, die hier fehlen. Mindesteinzahlung und Auszahlungsdauer wären die interessantesten Vergleichswerte — belegbar sind sie aber nur für einen einzigen der sechs Anbieter. Eine Spalte, die fünfmal „auf Anfrage“ enthält, ist keine Information, sondern Dekoration. Also fällt sie weg, und die Zahlen stehen dort, wo sie belegt sind.
| Anbieter | Deutsche Erlaubnis seit | Maltesische Betreibergesellschaft | Erlaubte Sparten | Unterscheidungsmerkmal |
|---|---|---|---|---|
| StarGames | 02.02.2023, Folgeerlaubnis 13.02.2025 | Greentube Malta Ltd., C 38281 | virtuelle Automatenspiele | über 170 Novoline-Titel beim Rechteinhaber selbst |
| Wunderino | 24.11.2022 | Megapixel Entertainment Ltd., C-42051 | virtuelle Automatenspiele | einzige echte B2C-Lizenz der sechs, 39 Studios |
| LeoVegas | 27.02.2023 | LVSPORTS Limited, C94854 | virtuelle Automatenspiele, Sportwetten | im Eigentum von MGM Resorts International |
| 888 | 24.01.2023 | 888 Germany Ltd., C 91017 | Automatenspiele, Poker, Sportwetten | einziger Anbieter mit allen drei erlaubnisfähigen Sparten |
| Mr Green | 20.03.2023 | 888 Germany Ltd., C 91017 | virtuelle Automatenspiele | Green Gaming, vorhersagende Risikoanzeige seit 2017 |
| AdmiralBet | 28.09.2022, Folgeerlaubnis 29.07.2024 | Greentube Betting Malta Ltd., C 105293 | virtuelle Automatenspiele, Sportwetten | stärkstes stationäres Rückgrat, über 400 Spielhallen |
StarGames
Betreiber ist Greentube Malta Ltd. im W Business Centre in Birkirkara, Handelsregister Malta C 38281, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer MT20638823, Geschäftsführer Antonello Cuschieri und Adam Warren. Dahinter steht die NOVOMATIC AG, die 1980 von Johann F. Graf gegründet wurde und 2010 über eine Mehrheitsbeteiligung an dem 1998 in Wien gegründeten Studio Greentube ins Onlinegeschäft ging; bis 2021 wurde daraus eine Vollübernahme. StarGames selbst startete 2008 und wird seit Oktober 2018 von Greentube betrieben. Die deutsche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele datiert vom 02.02.2023, die Folgeerlaubnis vom 13.02.2025.
Der Malta-Fall ist hier der lehrreichste der ganzen Liste. Greentube Malta Limited hält zwei gültige maltesische Lizenzen, MGA/B2C/823/2020 und MGA/CRP/120/2006, beide mit Status „Licensed“ — freigegeben ist bei diesen Lizenzen aber allein greentube.com. Auf stargames.de findet sich folgerichtig keine MGA-Nummer, sondern nur der Verweis auf die deutsche Erlaubnis nach §§ 4 bis 4d in Verbindung mit § 22a des Glücksspielstaatsvertrags. Wer StarGames als „Casino mit Malta-Lizenz“ führt, hat die Domainbindung übersehen.
Praktisch ist StarGames der Ort für die echten Novoline-Automaten, weil der Rechteinhaber selbst die Kasse führt: über 170 Titel, darunter Book of Ra, Lord of the Ocean und Cash Connection, dazu Fremdtitel wie Eye of Horus und Razor Shark. Die Behauptung, es handle sich um Plattformexklusivität, hält allerdings nicht — Greentube lizenziert seine Titel an Dritte, rund zwanzig davon gingen ab Sommer 2025 bei LOTTO24 und Tipp24 über ZEAL Network live, und über EveryMatrix landen Greentube-Spiele auch bei maltesisch lizenzierten Partnern. Was stimmt: ausgewählte B2B-Lizenzierung, nicht Alleinstellung.
Bei den harten Zahlen ist StarGames der einzige der sechs, der Farbe bekennt. Elf Zahlungswege, sämtlich gebührenfrei: Klarna, Visa, Mastercard, PayPal, Sofortüberweisung, Aircash, Apple Pay, Paysafecard, Neteller, Skrill und Banküberweisung. Mindesteinzahlung 5 €, Höchstbetrag pro Einzahlung 1.000 €, Mindestauszahlung 10 €. Nach Betreiberangabe gehen über 90 Prozent der Auszahlungen in unter drei Minuten raus, wobei die erste Freigabe je nach Prüfung 6 bis 48 Stunden dauert. Das ist die beste belegte Auszahlungsgeschwindigkeit im Feld — und bemerkenswert vor allem deshalb, weil die anderen fünf diese Angabe schlicht nicht machen.
Wunderino
Erlaubnisträger ist Megapixel Entertainment Limited in der Andrea Debono Street in Naxxar, C-42051, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer MT19808216. Die Marke startete im Mai 2016 unter einer anderen Gesellschaft, Rhinoceros Operations Ltd, die dafür MGA/B2C/309/2015 hielt; diese Lizenz steht heute auf „Surrendered“. 2022 wanderten die Marken Wunderino, Hyperino und mybet zu Megapixel. Die deutsche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele stammt vom 24.11.2022 und trägt eine Nummer mit dem Präfix 208. — ein Detail, an dem sich ablesen lässt, dass sie noch vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt erteilt wurde, das bis Ende 2022 zuständig war.
Von den sechs ist Wunderino der einzige saubere Fall: Die Gruppe hält mit MGA/B2C/906/2021 eine echte, am 24.01.2022 ausgestellte Endkundenlizenz vom Type 1 mit Status „Licensed“ und EADR als Streitbeilegungsstelle. Keine Konzernlizenz, kein Sitz ohne Erlaubnis. Die deutsche Seite selbst nennt trotzdem nur die deutsche Erlaubnis, und das ist korrekt so — für deutsche Spieler ist sie die maßgebliche.
Eine verbreitete Angabe gehört hier korrigiert: Wunderino sei „einer der ersten“ deutsch erlaubten Anbieter gewesen. Das stimmt nicht. Mindestens fünf Einträge liegen zeitlich davor, darunter DGGS am 27.04.2022, Merkur Bets am 28.07.2022, Jokerstar am 09.08.2022, Greentube Betting am 28.09.2022 und Interwetten am 13.10.2022. „Früh dabei“ trifft es; „einer der ersten“ ist eine Marketingrundung.
Inhaltlich ist Wunderino die Gegenposition zu StarGames. Wo dort deutsches Automatenerbe den Katalog prägt, versammelt Wunderino auf der EveryMatrix-Plattform 39 Studios mit deutlicher Neigung zu volatilen Boutiquen — Hacksaw, Nolimit City, Peter & Sons, AvatarUX, 4ThePlayer. Eigenangabe über 1000 Spiele. Eine Eigenheit der Kasse fällt auf: Klarna, Visa, Mastercard, Apple Pay, Paysafecard, PayPal, Brite und Skrill sind aktiv, klassisches SEPA ist ausdrücklich abgeschaltet. Wer die Banküberweisung braucht, ist hier falsch.
LeoVegas
Der deutsche Erlaubnisträger heißt LVSPORTS Limited, nicht LeoVegas Gaming plc — ein Unterschied, der beim Registerabgleich sofort relevant wird. Sitz ist das Plaza Business Centre in der Bisazza Street in Sliema, Registernummer C94854, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer MT28686627. Eigentümer ist seit 2022 MGM Resorts International: Das Übernahmeangebot vom 02.05.2022 lag bei 61,00 SEK je Aktie, rund 44 Prozent über dem Kurs und in Summe bei etwa 604 Millionen Dollar; am 31.08.2022 waren rund 95,7 Prozent erreicht, letzter Handelstag an der Nasdaq Stockholm war der 22.09.2022. Das gelegentlich zitierte Datum 1. September 2022 bezeichnet die Kontrollmitteilung, nicht den Abschluss.
LeoVegas hält zwei deutsche Erlaubnisse — virtuelle Automatenspiele seit 27.02.2023, Sportwetten seit 21.10.2024 — und gehört zu den wenigen Anbietern, die ihre Erlaubnisnummern selbst veröffentlichen: 208.1.1-12254-2021/48 und 21.14-122588-2023/28 stehen im Fußbereich. Auf maltesischer Seite existiert MGA/CRP/237/2013, Type 1, gehalten von LeoVegas Gaming plc, Status „Licensed“. Eine B2C-Nummer gibt es nicht. Wer LeoVegas eine MGA/B2C-Lizenz zuschreibt, erfindet sie.
Der Katalog ist mit einer Eigenangabe von über 300 Spielautomaten der kleinste unter den großen, dafür stärker auf deutsches Publikum zugeschnitten: Play’n GO, Gamomat, Novomatic, Pragmatic, Relax, Hölle, Push und Synot, mit auffälliger Präsenz von edict und Merkur. Kursierende Angaben von 931 Spielen widersprechen dem Betreiber selbst und sind unbrauchbar. Bezahlt wird über Trustly, Klarna, Visa, Mastercard, Skrill, Paysafecard, Banküberweisung, PayPal und Apple Pay. Zur Auszahlungsdauer verweigert der Betreiber ausdrücklich jede Angabe — was man ihm hoch anrechnen kann, verglichen mit den Portalen, die für ihn eine erfinden.
Technisch ist LeoVegas eigenständiger als die Konkurrenz: eigene Plattform namens Rhino seit 2015, eigenes Spielestudio Blue Guru Games seit 2021. Und es ist der einzige große deutsch erlaubte Automatenanbieter, der einem an der New Yorker Börse notierten US-Casinokonzern gehört — für alle, die wissen wollen, wohin der Einsatz am Ende fließt.
888
888 Germany Ltd. sitzt im Tagliaferro Business Centre in der High Street in Sliema, Malta Business Registry C 91017, Geschäftsführer Per Widerström. Konzernmutter ist evoke plc, bis zur Umbenennung am 13.05.2024 als 888 Holdings bekannt. Die Marke ist ein Dinosaurier im besten Sinn: 1997 auf den British Virgin Islands als Virtual Holdings Limited gegründet, im Mai desselben Jahres ging Casino-on-Net live, im September 2005 folgte der Börsengang in London.
Beim Erlaubnisumfang ist 888 der Ausreißer nach oben. Drei deutsche Erlaubnistypen liegen vor: Sportwetten für 888sport.de seit 30.06.2021 mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022, Online-Poker für 888.de und 888poker.de seit 24.01.2023 und virtuelle Automatenspiele für 888.de und 888slots.de ebenfalls seit 24.01.2023. Damit ist 888 der einzige Anbieter im Feld, der alle drei nach dem Glücksspielstaatsvertrag erlaubnisfähigen Sparten betreibt — Automatenspiele, Poker und Sportwetten unter einem Dach.
Auf maltesischer Seite wird es unübersichtlich, und das gehört offen gesagt. 888 Germany Limited erscheint im Register mit Status „Approved“, aber ohne angezeigte Lizenznummer. Die Konzern-B2C-Lizenz liegt bei einer anderen Gesellschaft, Virtual Digital Services Limited (C 90997). Für diese kursieren auf 888-eigenen Seiten zwei verschiedene Nummern, die sich gegenseitig ausschließen — an einer Stelle MGA/CRP/121/2006-09 mit Ausstellungsdatum 22.09.2025, an anderer MGA/CRP/543/2018. Solange dieser Widerspruch nicht aufgelöst ist, sollte man keine der beiden zitieren. Was bleibt: eine deutsche Erlaubnis, die eindeutig belegt ist, und eine maltesische Lage, die es nicht ist.
Das Angebot selbst ist in Bewegung. 888slots.de leitet inzwischen per Weiterleitung auf de.888casino.com, wo der Betreiber über 2000 Spiele angibt. Bezahlt wird über Visa, Mastercard, Neteller, PayPal, Maestro und Banküberweisung, im Fußbereich taucht zusätzlich Skrill auf. Eigene Inhalte und eine eigene Pokersoftware unterscheiden 888 von den reinen Wiederverkäufern — wer Poker und Automatenspiele bei einem Anbieter mit einer Anmeldung will, hat in Deutschland genau diese eine Adresse.
Mr Green
Hier liegt die Pointe im Impressum: Der deutsche Erlaubnisträger von mrgreen.de ist 888 Germany Limited — dieselbe Gesellschaft wie bei 888.de. Kein White-Label-Konstrukt, sondern eine Schwestermarke im selben Konzern, seit 2022. Wer es prüfen will, ohne der Liste der erlaubten Anbieter zu vertrauen: mrgreen.de setzt auf der eigenen Domain Cookies mit 888-Kennung.
Die Eigentumskette dahinter ist ein Lehrstück über Markenwanderungen. Gegründet Ende 2007 von Fredrik Sidfalk, Henrik Bergquist und Mikael Pawlo, Start 2008. Dann Mr Green & Co AB, Übernahmeangebot von William Hill plc am 31.10.2018, Abschluss im Januar 2019 für rund 242 Millionen Pfund. Weiter zu Caesars im April 2021. Dann am 01.07.2022 über William Hill International an 888 Holdings, für 1,95 Milliarden Pfund — herabgesetzt von ursprünglich vereinbarten 2,2 Milliarden. Und schließlich am 13.05.2024 die Umbenennung des Konzerns in evoke plc. Was Mr Green nie war: Teil von LeoVegas. Die MGM-Kette ist eine völlig andere, und die Verwechslung hält sich hartnäckig.
Die deutsche Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele datiert auf den 20.03.2023, mehr gibt es nicht — keine Sportwetten, kein Poker unter dieser Domain. Auf maltesischer Seite hält die internationale Gesellschaft Mr Green Limited im Tagliaferro Business Centre in Sliema MGA/CRP/121/2006, ausgestellt am 01.11.2018 und gültig bis 19.03.2028, mit den Types 1, 2 und 3. Diese Lizenz deckt mrgreen.com. Nicht mrgreen.de. Eine Einschränkung noch, weil sie beim Selbstprüfen für Verwirrung sorgt: Der Fußbereich von mrgreen.de wird erst im Browser aufgebaut, das Impressum steht nicht im ausgelieferten Quelltext — der Erlaubnisträger lässt sich aus der Seite selbst nicht ohne Weiteres bestätigen. Zugriffe von außerhalb Deutschlands landen auf einer Sperrseite.
Angeboten werden ausschließlich Automatenspiele, mit Titeln von Play’n GO, Pragmatic, Greentube, Merkur und Red Tiger. Für Boni gibt der Betreiber „30x ist hierbei der Standard“ als Umsatzbedingung an. Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal heißt Green Gaming: ein seit September 2017 eingesetztes, mit Psychologen entwickeltes Werkzeug, das nicht bloß Verluste protokolliert, sondern vorhersagt — Selbsttest plus Risikoanzeige in Grün, Gelb und Rot in Echtzeit. Mehrfach ausgezeichnet, und im Feld der sechs der einzige Ansatz, der über die gesetzlichen Pflichtmechanismen hinausgeht. Ob er auf der deutschen Seite in vollem Umfang läuft, ließ sich wegen der Geosperre nicht bestätigen.
AdmiralBet
Greentube Betting Malta Ltd. teilt sich Adresse und Geschäftsführung mit Greentube Malta Ltd., ist aber eine eigene Gesellschaft: C 105293, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer MT31184806. Dieselbe Konzernmutter NOVOMATIC AG, zwei getrennte Rechtsträger — mit einer strukturellen Asymmetrie, die die Konzerngeschichte erklärt: StarGames sitzt unter Greentube Wien, das deutsche AdmiralBet-Geschäft kam über LÖWEN ENTERTAINMENT und die NOVO INTERACTIVE GmbH. AdmiralBet gehört seit 2017 zum Konzern. Der stationäre Arm, die ADMIRAL Entertainment Holding Germany GmbH in Pfullendorf, betreibt über 400 Spielhallen.
Erlaubnisseitig deckt AdmiralBet beide Sparten ab, verteilt auf zwei Domains derselben Gesellschaft: Sportwetten für admiralbet.de seit 09.10.2020, mit Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024, dazu virtuelle Automatenspiele für slots.admiralbet.de seit 28.09.2022 mit Folgeerlaubnis vom 29.07.2024. Kleine Kuriosität am Rande: Das Impressum nennt für die Sportwetten „13.10.2020 (erstmalig)“, der Werbetext auf derselben Seite „seit dem 9.10.2020″ — die Seite widerspricht sich selbst, die behördliche Liste nennt den 09.10.2020.
Maltesisch findet sich nichts. Kein Eintrag im Prüfportal, kein MGA-Bezug auf der Seite, keine Nummer. Die einzige überprüfbare Spielerlaubnis ist die deutsche. Eine Einschränkung der Methode gehört dazu: Das MGA-Register baut sich erst im Browser auf, „nicht gefunden“ ist also kein zertifiziertes Nichtvorhandensein. Aber es ist der ehrlichste Befund, der sich erheben lässt — und für die praktische Entscheidung reicht er, denn die deutsche Erlaubnis ist ohnehin die maßgebliche.
Der Katalog ist breit aufgestellt, mit Novoline, Greentube, Merkur, Blueprint, Play’n GO, ELK, Push, Swintt, Pragmatic, Gamomat, Red Tiger, NetEnt, Nolimit und Oryx im eigenen Studiofilter. Interessanter ist die strukturelle Eigenheit: Zwei Sparten auf zwei Domains einer Gesellschaft bedeuten in der Praxis, dass die Wechselfrist aus § 4 Abs. 5 Nr. 5 des Glücksspielstaatsvertrags spürbar wird — eine Minute Wartezeit beim Wechsel der Glücksspielart, eine Stunde beim Übertrag von Gewinnen. Der Betreiber selbst formuliert nur, man kombiniere Sportwetten und Glücksspiel unter einem Dach; eine gemeinsame App existiert. Ob dahinter ein gemeinsames Guthaben steht, sagt er nicht, und raten hilft hier nicht weiter.
Welche Anbieter mit Malta-Bezug haben eine deutsche Erlaubnis?
Sechs Angebote sind über Impressum und behördliche Liste belegbar: StarGames, Wunderino, LeoVegas, 888, Mr Green und AdmiralBet. Alle sechs werden von maltesischen Gesellschaften betrieben, alle sechs spielen in Deutschland auf der deutschen Erlaubnis. Zwei Marken teilen sich dabei sogar denselben Erlaubnisträger.
Rein maltesisch lizenzierte Angebote: was man bekommt, was man aufgibt
Die zweite Gruppe ist die, die der Suchbegriff eigentlich meint: Anbieter, die tatsächlich unter maltesischer Lizenz spielen lassen und keinen deutschen Eintrag haben. Sie existiert, sie ist groß, und sie ist schwer greifbar — weil genau in diesem Segment die Marken am schnellsten wechseln und die Angaben am wenigsten überprüfbar sind.
Betsson und Betsafe
BML Group Ltd. mit Sitz auf Malta ist eine Tochter der börsennotierten schwedischen Betsson AB und hält MGA/B2C/127/2006 — eine echte, alte Endkundenlizenz, im Register auffindbar, ohne CRP-Verwirrung und ohne Domainrätsel. Beide Marken, Betsson und Betsafe, laufen unter demselben Lizenznehmer. Die Konzernlogik ist also dieselbe wie bei 888 und Mr Green, nur ohne deutschen Bezug: zwei Auftritte, ein Rechtsträger, eine Kasse dahinter.
In der deutschen Liste der erlaubten Anbieter steht BML Group nicht. Das ist keine Randnotiz, sondern der ganze Unterschied. Für Spieler mit Wohnsitz in Deutschland ist dieses Angebot nicht erlaubt — unabhängig davon, wie belastbar die maltesische Lizenz ist, wie alt sie ist und wie sauber der Registereintrag aussieht. Die MGA beaufsichtigt den Betreiber. Über den deutschen Markt entscheidet sie nicht.
Was man dort bekommt, ist die Kehrseite der deutschen Auflagenliste: Bankhalterspiele und Live-Angebot, Einsätze oberhalb der deutschen Grenze, keine Bindung an das anbieterübergreifende Einzahlungslimit, kein Anschluss an OASIS und LUGAS. Für den einen ist das die Freiheit, die er sucht. Für den anderen ist es der Wegfall genau der Bremsen, die im schlechten Moment greifen würden. Beides beschreibt dieselbe Sache.
An dieser Stelle endet, was sich seriös sagen lässt — und der Grund dafür gehört zum Befund. Konkrete Titelzahlen, Zahlungswege und Limits für ein deutschsprachiges Angebot dieser Gruppe sind nicht belastbar zu erheben. Deshalb stehen hier keine. Portale, die für dieses Segment dreistellige Spielzahlen, exakte Auszahlungsdauern und Mindesteinzahlungen auf den Cent angeben, haben nicht besser recherchiert — sie haben die Lücke gefüllt. Und diese Undurchsichtigkeit ist am Ende der eigentliche Motor: Weil sich im rein maltesischen Segment kaum etwas selbst überprüfen lässt, klickt der Suchende auf die Liste, die ihm jemand fertig hinstellt. Genau darauf ist das Geschäftsmodell dieser Listen gebaut.
Der praktische Wert von Betsson für diesen Vergleich liegt woanders: Es ist der Nachweis, dass ein rein maltesisch lizenzierter Anbieter überprüfbar sein kann. Eine Nummer, ein Lizenznehmer, ein Registertreffer. Gegen diesen Maßstab kann man jede Marke halten, die in einer Empfehlungsliste mit Malta-Häkchen auftaucht — und die meisten fallen durch.
Gilt eine Malta-Lizenz automatisch in der ganzen EU?
Nein. Sie erlaubt den Betrieb unter maltesischer Aufsicht, nicht den Marktzugang in jedem Mitgliedstaat. Der Europäische Gerichtshof hat im April 2026 ausdrücklich festgestellt, dass sich Anbieter mit einer EU-Lizenz gegenüber dem deutschen Verbot nicht auf die Dienstleistungsfreiheit berufen können. Damit ist die Frage höchstrichterlich geklärt.

Legal oder nicht: die Frage getrennt für Betreiber und für Spieler
Die pauschale Beruhigung, Spielen bei Malta-Anbietern sei „grundsätzlich legal“ oder gar „zu 100 % legal und mit EU-Recht konform“, findet sich auf mehreren gut platzierten Vergleichsseiten. Sie ist in dieser Form nicht haltbar — und zwar seit April 2026 mit einem Urteil im Rücken.
Für die Betreiberseite ist die Lage eindeutig. Maßgeblich ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit 01.07.2021. Wer Deutschen Glücksspiel anbietet, braucht dafür eine deutsche Erlaubnis; die Aufsichtsbehörde veröffentlicht nach § 9 Abs. 8 die Liste der erlaubten Anbieter, und was dort nicht steht, ist nach ihrer Darstellung illegal. Am 16.04.2026 hat der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache C-440/23 — vorgelegt vom Civil Court Malta am 11.07.2023, verhandelt am 09.04.2025 — drei Dinge festgestellt: Das deutsche Verbot war unionsrechtskonform. Anbieter mit einer EU-Lizenz können sich nicht auf die Dienstleistungsfreiheit berufen. Und das Unionsrecht steht weder der Nichtigkeit der Spielverträge noch einer Zivilklage auf Erstattung entgegen. Damit ist dem beliebten Argument „EU-Lizenz gilt EU-weit“ die Grundlage entzogen, und zwar von der höchsten zuständigen Instanz.
Für die Spielerseite wird gern in beide Richtungen übertrieben. § 285 StGB stellt die Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel unter Strafe, die Norm existiert und ist nicht abgeschafft. Verfahren gegen einzelne Spieler sind in der Praxis allerdings selten. Die belastbare Aussage liegt zwischen den Lagern: Das Hauptrisiko des Spielers ist nicht die Strafverfolgung, sondern die fehlende Rechtssicherheit, wenn etwas schiefgeht. Wer bei einem nicht erlaubten Anbieter spielt, hat im Streitfall keine deutsche Aufsichtsbehörde im Rücken, keinen Beschwerdeweg mit Durchgriff und, wie der letzte Abschnitt zeigt, erhebliche Probleme mit der Durchsetzung eines erstrittenen Titels.
Was die deutsche Erlaubnis auf der anderen Seite konkret bedeutet, wird selten in ganzer Länge aufgeschrieben. Es lohnt sich, weil die Liste erklärt, warum das Angebot so aussieht, wie es aussieht.
| Auflage | Wert | Grundlage |
|---|---|---|
| Einsatz pro Runde | 1 € im Regelfall | § 22a Abs. 7 Satz 1 |
| erhöhte Stufe 1 | 3 €, Spieler muss das 21. Lebensjahr vollendet haben | § 22a Abs. 7 Satz 2 |
| erhöhte Stufe 2 | 5 €, zusätzlich mindestens 90 Tage ohne Auffälligkeiten | § 22a Abs. 7 Satz 2 |
| Einzahlung pro Monat | 1.000 €, anbieterübergreifend | § 6c Abs. 1 Satz 2 |
| erhöhtes Einzahlungslimit | bis 10.000 €; darüber bis 30.000 € für höchstens 1 % der aktiven Spieler | § 6c Abs. 1 Satz 3 |
| Mindestspieldauer | 5 Sekunden im Mittel | § 22a Abs. 6 |
| Autoplay | verboten | § 22a Abs. 4 |
| Parallelspiel | verboten, nur ein Spiel darf angezeigt werden | § 22a Abs. 10 |
| Zwangspause | Hinweis nach 60 Minuten, dann 5 Minuten Unterbrechung | § 22a Abs. 9 |
| Wechsel der Glücksspielart | 1 Minute, Übertrag von Gewinnen 1 Stunde | § 4 Abs. 5 Nr. 5 |
| Sperre nach Abmeldung | 5 Minuten | § 6h Abs. 4 |
| Tischspielimitate | unzulässig, ausdrücklich Roulette, Blackjack, Baccara | § 22a Abs. 2 |
| Jackpots | Ansammeln von Einsätzen für künftige Spiele verboten | § 22a Abs. 8 |
| Das Wort „Casino“ | in Angebot, Vertrieb und Werbung verboten | § 22a Abs. 11 |
| Währung | nur Euro und Cent, keine Punkte | § 22a Abs. 5 |
| Einzelfreigabe | jedes einzelne Spiel braucht eine gesonderte Freigabe | § 22a Abs. 1 |
| Panikknopf | sofortige Sperre für 24 Stunden ohne Rückfrage | § 6i Abs. 3 |
Seit dem 01.07.2026 gibt es bei der Einsatzgrenze Bewegung: Erstmals wird die Befugnis aus § 22a Abs. 7 Satz 2 genutzt, sodass Anbieter mit deutscher Genehmigung höhere Stufen anbieten können. Ein Anspruch des Spielers folgt daraus nicht — die Anbieter entscheiden selbst, ob sie mitmachen, und die Regelung ist bis zum 31.12.2027 befristet. Die Leitlinie zum Einzahlungslimit läuft Ende 2026 aus, und die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags, in der auch die Fünf-Sekunden-Regel und die Online-Tischspiele stehen, soll bis dahin abgeschlossen sein. Wer also darauf wartet, dass sich der deutsche Rahmen lockert: Es bewegt sich etwas, aber langsam und mit Rückfahrkarte.
Ist ein Online-Casino mit Malta-Lizenz in Deutschland legal?
Für den Betreiber nicht: Ohne deutsche Erlaubnis ist das Angebot hier unzulässig, und eine EU-Lizenz ersetzt sie seit dem Urteil vom April 2026 ausdrücklich nicht. Für den Spieler existiert § 285 StGB, Verfahren sind aber selten. Das reale Risiko liegt im Streitfall, nicht bei der Staatsanwaltschaft.
Spielauswahl: warum es unter deutscher Erlaubnis kein Roulette und kein Live-Angebot gibt
Der auffälligste Unterschied zwischen beiden Welten ist keine Geschmacksfrage der Anbieter, sondern eine Kompetenzfrage. Der Glücksspielstaatsvertrag unterscheidet in § 3 Abs. 1a zwischen virtuellen Automatenspielen und Online-Casinospielen. Die erste Gruppe darf die Gemeinsame Glücksspielbehörde erlauben — zusammen mit Online-Poker, Sportwetten und Lotterien. Die zweite Gruppe, also Bankhalterspiele und Live-Dealer-Angebote, kann sie überhaupt nicht erlauben. Diese Zuständigkeit liegt bei den einzelnen Ländern.
Und die Länder gehen getrennte Wege. Schleswig-Holstein hat im September 2024 private Anbieter konzessioniert, darunter BluBet Operations Limited, Cashpoint (Malta) Limited, Skill On Net Limited und Tipico Karlsruhe Limited. Bayern betreibt ein staatliches Angebot. Baden-Württemberg hat der Staatlichen Toto-Lotto GmbH eine Erlaubnis erteilt. Ein bundesweit erlaubtes Live-Angebot gibt es dagegen nicht — nicht, weil die Anbieter keines wollen, sondern weil niemand es bundesweit erteilen kann.
| Spielart | Unter deutscher Erlaubnis | Unter MGA-Lizenz | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Spielautomaten | erlaubt, jedes Spiel einzeln freigegeben | erlaubt | § 22a Abs. 1 |
| Roulette | unzulässig als Imitat | erlaubt, Type 1 | § 22a Abs. 2 |
| Blackjack | unzulässig als Imitat | erlaubt, Type 1 | § 22a Abs. 2 |
| Baccara | unzulässig als Imitat | erlaubt, Type 1 | § 22a Abs. 2 |
| Live-Angebot mit Croupier | bundesweit nicht erlaubbar, nur Länderkonzessionen | erlaubt, Type 1 | § 3 Abs. 1a Satz 2 |
| Poker | erlaubt, eigene Erlaubnis nötig | erlaubt, Type 3 | § 3 Abs. 1a |
| Bingo | über Lotterierecht | erlaubt, Type 3 | § 3 Abs. 1a |
| Virtuelle Sportarten | erlaubt im Rahmen der Sparten | erlaubt, Type 1 | § 3 Abs. 1a |
| Progressive Jackpots | Ansammeln für künftige Spiele verboten | erlaubt | § 22a Abs. 8 |
Praktisch heißt das: Wer Roulette oder einen echten Croupier am Tisch will, findet das bei keinem der sechs deutsch erlaubten Anbieter — auch nicht bei denen mit maltesischer Betreibergesellschaft. Die Angebote von StarGames, Wunderino, LeoVegas, Mr Green und AdmiralBet bestehen aus Spielautomaten, bei 888 kommen Poker und Sportwetten dazu. Das Wort „Casino“ darf in Angebot und Werbung übrigens gar nicht auftauchen, was erklärt, warum die deutschen Auftritte so eigentümlich blass formulieren.
Warum gibt es bei deutsch erlaubten Anbietern kein Roulette und kein Live-Angebot?
Weil die Bundesbehörde diese Spielarten gar nicht erlauben darf. Der Glücksspielstaatsvertrag ordnet Bankhalter- und Live-Spiele den Ländern zu, und Tischspielimitate verbietet § 22a Abs. 2 ausdrücklich. Einzelne Länder haben eigene Konzessionen vergeben, ein bundesweit erlaubtes Angebot existiert deshalb bis heute nicht — auch nicht bei Anbietern mit maltesischer Betreibergesellschaft.

Die Kasse: Zahlungswege und die Sache mit den Kryptowährungen
Die Kasse folgt der Erlaubnis, nicht dem Marketing. Bei deutsch erlaubten Anbietern muss jede Zahlung in Euro und Cent laufen, das Einzahlungslimit wirkt anbieterübergreifend über LUGAS, und der Betrag pro Einzahlung ist gedeckelt. Deshalb ähneln sich die Kassen der sechs stark — mit einzelnen aufschlussreichen Ausreißern.
| Zahlungsweg | Bei deutsch erlaubten Anbietern belegt | Besonderheit |
|---|---|---|
| Visa | StarGames, Wunderino, LeoVegas, 888 | flächendeckend |
| Mastercard | StarGames, Wunderino, LeoVegas, 888 | flächendeckend |
| PayPal | StarGames, Wunderino, LeoVegas, 888 | bei StarGames gebührenfrei |
| Klarna | StarGames, Wunderino, LeoVegas | Rechnungskauf im Glücksspiel entfällt, nur Sofortzahlung |
| Paysafecard | StarGames, Wunderino, LeoVegas | Einzahlung ja, Auszahlung nicht möglich |
| Skrill | StarGames, Wunderino, LeoVegas, 888 | teils nur im Fußbereich gelistet |
| Neteller | StarGames, 888 | seltener geworden |
| Apple Pay | StarGames, Wunderino, LeoVegas | mobil, an die hinterlegte Karte gebunden |
| Trustly | LeoVegas | direkte Bankanbindung |
| Sofortüberweisung | StarGames | bei StarGames gebührenfrei |
| Banküberweisung | StarGames, LeoVegas, 888 | bei Wunderino ausdrücklich abgeschaltet |
| Brite | Wunderino | direkte Bankanbindung |
| Aircash | StarGames | Nischenanbieter |
| Maestro | 888 | Auslaufmodell |
| Revolut | nicht belegt | funktioniert allenfalls als Kartenhinterlegung |
| MiFinity | nicht belegt | im deutsch erlaubten Bereich nicht gefunden |
| Bitcoin und andere Kryptowährungen | nicht belegt | siehe unten |
Die letzte Zeile verdient eine eigene Erklärung, weil sich um sie ein hartnäckiger Irrtum rankt. Wer nach einem „Bitcoin-Casino mit Malta-Lizenz“ sucht, sucht nach einer Kombination, die es in dieser Form kaum gibt: Unter den maltesischen Auflagen ist die direkte Annahme von Kryptowährungen nicht regulär vorgesehen. Marken, die eine Krypto-Kasse führen, laufen deshalb in aller Regel eben nicht unter MGA-Lizenz, sondern unter Curaçao, Anjouan oder vergleichbaren Rahmen. Das Malta-Siegel auf einer Seite mit Bitcoin-Einzahlung ist also weniger ein Qualitätsnachweis als ein Anlass, die Nummer nachzuschlagen. Unter deutscher Erlaubnis ist die Frage ohnehin erledigt: Euro und Cent, sagt § 22a Abs. 5, keine anderen Einheiten.
Bemerkenswert bleibt, wie unterschiedlich die sechs mit derselben Rechtslage umgehen. StarGames führt elf Wege, alle ohne Gebühr, mit 5 € Mindesteinzahlung und 10 € Mindestauszahlung. Wunderino schaltet SEPA ab und setzt stattdessen auf Brite und Klarna. Und LeoVegas verweigert konsequent jede Angabe zur Auszahlungsdauer, während Vergleichsportale für denselben Anbieter munter Stundenangaben veröffentlichen, die vom Betreiber nirgends gedeckt sind.
Bonusangebote: warum sie unter Malta-Lizenz größer aussehen
Der „Gratisbonus“ ist das ehrlichste Wort in der Branche, wenn man die Anführungszeichen mitliest. Kein Anbieter verschenkt Geld; er verkauft Spielzeit gegen eine Umsatzbedingung. Mr Green nennt „30x ist hierbei der Standard“ — was bedeutet, dass ein Bonus von 100 € erst nach 3.000 € Einsatz zu echtem Guthaben wird. Im Markt sind 30x bis 40x die übliche Spanne.
Warum wirken die Angebote im rein maltesischen Segment trotzdem so viel größer? Zwei nüchterne Gründe. Erstens gilt dort das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat nicht — ein Willkommenspaket, das über vier Einzahlungen läuft und in Summe vierstellig ausfällt, wäre unter deutscher Erlaubnis rein rechnerisch gar nicht ausschöpfbar. Zweitens ist der Höchsteinsatz pro Runde nicht auf einen Euro gedeckelt, sodass Umsatzbedingungen dort schneller abgearbeitet werden können. Die Zahl ist größer, weil der Rahmen größer ist, nicht weil der Anbieter großzügiger wäre.
Beim Bonuskauf, also der direkten Freischaltung einer Bonusrunde gegen Aufpreis, ist Vorsicht angebracht: Fachportale sind sich einig, dass deutsch erlaubte Anbieter das nicht anbieten können, und leiten das aus der Einsatzgrenze her. Ein ausdrückliches Verbot in einem behördlichen Dokument ließ sich dafür allerdings nicht finden. Die Herleitung ist plausibel, die Rechtsgrundlage bleibt eine Herleitung.

Wenn es zum Streit kommt: Beschwerde, Rückforderung, Vollstreckung
Hier liegt die größte Lücke der Vergleichsseiten — zwei der drei meistgelesenen behandeln Rückforderung, Klage und Vollstreckung überhaupt nicht, und der aktuelle Verfahrensstand fehlt überall. Dabei ist es der einzige Abschnitt, in dem es um echtes Geld geht.
Der Beschwerdeweg ist noch der einfache Teil. Bei einem deutsch erlaubten Anbieter steht die deutsche Aufsichtsbehörde zur Verfügung, und die Erlaubnis ist ein Druckmittel, das sie tatsächlich einsetzen kann. Bei einem rein maltesisch lizenzierten Anbieter führt der Weg zur MGA und zu der Streitbeilegungsstelle, die in der Lizenz eingetragen ist — bei Wunderinos Lizenz etwa EADR. Die MGA nimmt Beschwerden entgegen, führt ein Enforcement Register und widerruft Lizenzen auch tatsächlich; im Register findet sich beispielsweise eine Notice of Cancellation zu MGA/B2C/723/2019. Was sie nicht kann: einem deutschen Spieler zu seinem Geld verhelfen, wenn der Anbieter nicht zahlen will.
Die Rückforderung von Verlusten steht rechtlich besser da, als es die Anbieterseite darstellt. Anspruchsgrundlage ist § 812 Abs. 1 Satz 1 Fall 1 BGB, weil der Spielvertrag nach § 134 BGB in Verbindung mit § 4 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags nichtig ist; daneben kommt § 823 Abs. 2 BGB in Betracht. Der klassische Einwand der Anbieter, der Spieler habe selbst gegen ein Verbot verstoßen und sei nach § 817 Satz 2 BGB ausgeschlossen, hat nach dem Urteil vom 16.04.2026 deutlich an Gewicht verloren: Der Europäische Gerichtshof hat ausdrücklich festgehalten, dass die Rückforderungsklage kein Rechtsmissbrauch ist, auch wenn der Anbieter eine Malta-Lizenz hatte, und dass die freiwillige Teilnahme am Spiel keinen Missbrauch begründet. Das Oberlandesgericht Brandenburg hat den Einwand im Verfahren 2 U 24/25 zurückgewiesen. Zeitlich gilt eine klare Grenze: Verluste bei erlaubten Anbietern nach der Legalisierung sind nicht rückforderbar, bei weiterhin nicht erlaubten grundsätzlich schon. Und die Verjährung drückt — zehn Jahre ab Entstehung, drei Jahre ab Kenntnis. Für Altfälle aus 2016 wird 2026 damit zum letzten Jahr, in dem sich etwas machen lässt.
Und dann kommt die Vollstreckung, an der die schöne Rechtslage sich stößt. Malta hat im Juni 2023 mit dem Gaming (Amendment) Act — Act No. XXI of 2023, veröffentlicht in der Government Gazette Nr. 21.071 vom 16.06.2023, in Kraft seit 12.06.2023 — den Artikel 56A in den Gaming Act eingefügt. Bekannt geworden ist er als Bill 55. Sein Zweck: maltesische Gerichte sollen ausländische Urteile gegen MGA-Lizenznehmer nicht anerkennen müssen, wenn diese Urteile aus dem Glücksspielgeschäft stammen. Die praktische Kernaussage, die kein Wettbewerber zieht, lautet deshalb: Ein Titel gegen einen maltesischen Anbieter ist wirtschaftlich so lange wenig wert, wie die Vollstreckung in Malta blockiert ist. Ein gewonnener Prozess ist kein Geld auf dem Konto.
Der Stand 2026 ist offen, und zwar in einer Weise, die man nicht glattbügeln sollte. Am 30.01.2026 hat das maltesische Zivilgericht, First Hall, die Anerkennung eines österreichischen Urteils gegen einen MGA-Lizenznehmer unter Berufung auf Art. 56A abgelehnt — betroffen war Virtual Digital Services Limited. Das Gericht behandelte Art. 56A als prozedurale Regel. Knapp drei Monate später, am 23.04.2026, kam Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen zur Rechtssache C-683/24 zu einem anderen Ergebnis: Er hält die Vorlage des Handelsgerichts Wien zwar formal für unzulässig, stellt hilfsweise aber fest, Art. 56A sei mit der Brüssel-Ia-Verordnung offensichtlich unvereinbar, Malta dürfe die Anerkennung nicht pauschal unter Berufung auf den ordre public verweigern, und nationale Maßnahmen dürften kein Deckmantel für Protektionismus sein. Schlussanträge sind nicht bindend, das Urteil steht aus. Die EU-Kommission hat zusätzlich ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta eingeleitet.
Bleibt der pragmatische Weg, und den zeichnet die Rechtssache C-198/24 vor: Nach den Schlussanträgen vom 30.10.2025 ist eine vorläufige Kontopfändung zulässig, wenn die Vollstreckung durch Bill 55 objektiv gefährdet ist. Übersetzt heißt das, man sichert Vermögen dort, wo es nicht unter maltesischem Schutz steht — außerhalb Maltas. Wer eine Rückforderung ernsthaft betreibt, sollte diese Frage vor der Klage klären, nicht danach.
Zwei Dinge, die man in Kanzleitexten häufig falsch liest, gehören noch klargestellt. Beim Bundesgerichtshof ist das Revisionsverfahren I ZR 53/23 zum Online-Poker bis zur europäischen Entscheidung ausgesetzt; ob dort inzwischen entschieden wurde, ist offen. Das oft in diesem Zusammenhang zitierte Aktenzeichen I ZR 88/23 betraf Sportwetten und ist nach Rücknahme der Revision erledigt. Für Sportwetten bleibt ohnehin C-530/24 abzuwarten.
Kann ich Verluste aus einem Casino ohne deutsche Erlaubnis zurückfordern?
Grundsätzlich ja: Der Spielvertrag ist nichtig, der Anspruch folgt aus § 812 BGB, und der Missbrauchseinwand der Anbieter hat seit dem Urteil vom April 2026 kaum noch Gewicht. Das eigentliche Problem ist die Vollstreckung in Malta. Verjährung beachten — drei Jahre ab Kenntnis.
Was passiert mit meiner Beschwerde, wenn der Anbieter nur auf Malta lizenziert ist?
Zuständig sind die MGA und die in der Lizenz eingetragene Streitbeilegungsstelle. Beide können den Betreiber unter Druck setzen, bis hin zum Widerruf der Lizenz. Eine Zahlung durchsetzen können sie nicht. Die deutsche Aufsichtsbehörde ist für nicht erlaubte Anbieter kein Ansprechpartner, weil sie ihnen nichts entziehen kann.
Die Wahl: welcher Weg zu wem passt
Die Entscheidung fällt nicht zwischen Marken, sondern zwischen zwei Regelwerken — und wer die Dreiteilung vom Anfang verstanden hat, trifft sie in einer Minute.
Wer Wert auf Rechtssicherheit legt, nimmt einen Anbieter aus der behördlichen Liste. Er kauft damit einen Euro Höchsteinsatz pro Runde, ein Einzahlungslimit von tausend Euro über alle Anbieter hinweg, fünf Sekunden pro Runde, kein Roulette, keinen Croupier — und im Gegenzug eine Aufsicht, die Beschwerden bearbeitet, eine Sperrdatei, die im Ernstfall greift, und einen Vertrag, der wirksam ist. Innerhalb dieser Gruppe entscheidet der Katalog: StarGames für die Novoline-Originale und die einzige belegte Auszahlungsgeschwindigkeit, Wunderino für volatile Titel von 39 Studios, LeoVegas für den auf deutsches Publikum zugeschnittenen Katalog, 888 für Automatenspiele, Poker und Sportwetten unter einer Anmeldung, Mr Green für Green Gaming, AdmiralBet für die Verbindung von Wetten und Automatenspielen.
Wer die Auflagen nicht will, sollte wenigstens wissen, was er stattdessen kauft: kein deutscher Rechtsschutz, kein Anschluss an OASIS und LUGAS, und im Streitfall ein Vollstreckungsproblem, das seit Bill 55 real ist und dessen Auflösung 2026 noch aussteht. Das ist eine legitime Entscheidung, solange sie eine Entscheidung ist und kein Missverständnis. Nur eines sollte man dabei nicht tun: die Marke aus einer fremden Empfehlungsliste übernehmen, ohne die Lizenznummer nachzuschlagen. Zwei Minuten im Register ersetzen jede Sternebewertung, deren Reihenfolge sich zwischen zwei Portalen umdreht.
Zum Schluss die Punkte, die in keiner Vergleichstabelle stehen. OASIS und LUGAS sind keine Schikanen, sondern Bremsen — die Sperrdatei greift auch dann, wenn man sie im entscheidenden Moment lieber nicht hätte, und genau darin liegt ihr Sinn. Der Panikknopf sperrt das Konto ohne Rückfrage für vierundzwanzig Stunden. Wer merkt, dass aus Zeitvertreib etwas anderes geworden ist, findet bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und bei den Beratungsstellen der Länder kostenlose und anonyme Hilfe. Ein Automat rechnet über die Zeit immer für den Betreiber; das ist keine Meinung, sondern die Geschäftsgrundlage. Wer damit spielt, sollte den Einsatz vorher festlegen — und nicht während des Spiels neu verhandeln.
Casino-Vergleich, Lizenz und Recht in Deutschland 2026
Inhalt erstellt vom Team «neuecasinosbonus.com»
